Röststadl

Erzprobe 1

Das sulfidische Golderz wurde aus zwei Gründen geröstet: Durch das Erhitzen wurde das Erz einerseits vom Schwefel befreit und andererseits mürbe gemacht. Dadurch konnte es effizienter gepocht werden.

Die Methode war einfach. In der Erde wurde ein Röstbett im Geviert ausgehoben und mit feuerfesten Steinen oder Ziegeln ausgekleidet.

Dazu Agricola: „Auf dieses (Röstbett) werden (Holz)Scheite nebeneinandergelegt und darüber andere quer und auch nebeneinander. Diesen Haufen Scheite nennt man einen Rost. Dies wird so oft wiederholt, bis der Haufen 1 oder 2 Ellen hoch ist. Dann wird allerhand Stückerz, das mit Fäusteln gepocht ist, daraufgelegt, zumeist die größten Stücke, dann die mittelgroßen und zuletzt die kleinsten. Man fügt es so zusammen, dass es sanft aufsteigt wie ein Kegel. Damit der Erzschlich sich nicht zerstreue, wird er mit Wasser angefeuchtet und mit der Schaufel festgeschlagen. Wenn aber solcher Schlich nicht vorhanden ist, decken manche den Haufen mit Kohlepulver zu, wie es die Köhler auch tun.“

Der beim Rösten freiwerdende Schwefel erzeugte einen grässlichen Gestank nach faulen Eiern, der sich durch das gesamte Hüttendorf zog. Die hier arbeitenden Hüttenleute waren wirklich nicht zu beneiden.

 

ENGLISH:

Smelting unit

The sulphidic gold ore was roasted for two reasons: on the one hand the heating freed the ore of sulphur and on the other hand it was made tender, so it could be hammered more efficiently.

The method was simple. A roasting bed was excavated fourfold in the earth and laid with fireproof stones or bricks.

Agricola states: “Onto this (roasting bed) (wooden) logs are laid next to each other and others above it across and next to each other. This pile of logs is called a grid. This is repeated until the pile is 1 or 2 cubits high. Then ore pieces that have been hammered with mallets is laid on it, usually the largest pieces, then the medium-sized and finally the smallest ones. It is composed so that it rises gently like a cone. So that the powdered ore does not scatter, it is moistened with water and beaten firm with a spade. But if such powdered ore is not present, some cover the pile with coal powder as colliers also do.”

The sulphur released during roasting emitted the horrible stench of rotten eggs that spread throughout the smeltery village. The miners working here were really not to be envied.

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